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Die etwas andere RK mit dem Jagdflugzeug auf dem Rasen (Beitrag in "Loyal" von M. Sauer)

Ende Juni hatte ich die Gelegenheit, bei der ersten Präsenzsitzung des Erweiterten Vorstands der Landesgruppe RLP seit dem Corona-Lockdown den vollzählig anwesenden sieben Kreisvorsitzenden die schwierige Situation des Pressebeauftragten bei Füllung des Internets und der RLP-Seiten mit attraktiven Themen zu den Reservisten in RLP vorzutragen.
Unmittelbar nach der Sitzung sprach mich ein Karsten Kiefaber von der RK Ramstein-Landstuhl an: „Hast Du Lust, uns am Samstag in Ramstein zu besuchen. Es gibt sicher spektakuläre Bilder – wir sind mit einem Dutzend Helfern dabei, unsere „Fiat G 91“ zu montieren und neben unserer Halle in der Talstraße auf einen Sockel zu hieven….“

Per Tieflader kam der zerlegte Oldtimer – 1962 in Lizenz bei Dornier, Heinkel, Siebel und Messerschmitt (Arbeitsgemeinschaft Süd 91) gebaut -
von Rothenburg bei Görlitz in Sachsen nach Ramstein.
Die Reservisten sind dem Rothenburger Museum und der Firma CW Transporter für
die Unterstützung dankbar. Besitzer ist und bleibt auch die Flugausstellung Peter Junior in Hermeskeil im Hunsrück,
die den Jet 20 Jahre lang nach Rothenburg verliehen hatte und nun als Dauerleihgabe der RK Ramstein-Landstuhl zur Verfügung stellt.

„Die Talstraße in Ramstein hat keine Hausnummern. Aber Du kannst das überhaupt nicht verfehlen. Da es sich um eine Sackgasse handelt, einfach fahren bis du das Flugzeug siehst!“, hatte Karsten Kiefaber, der Schriftführer der RK Ramstein-Landstuhl gemailt. Und die hellblaue Lady war auch nicht zu verfehlen. Für den Autor war es ein nostalgisches Erlebnis. Im April 1960 war ich einst bei der Luftwaffe als Soldat auf Zeit eingerückt – kurz danach übernahm die Luftwaffe die ersten Exemplare der Fiat G 91 – fünfzig Flugzeuge wurden in Italien bei Fiat gebaut und von der Bundeswehr gekauft. Ungefähr 320 weitere Flugzeuge (einschließlich der 22 zweisitzigen Trainerversion) entstanden als Lizenznachbau in Deutschland.

Der erste Prototyp der als leichtes Jagd- und taktisches Unterstützungsflugzeug konzipierten G91 flog im August 1956 und bewies, dass sie – wie gefordert – auch auf Graspisten starten und landen konnte. Als „Zweitausstattung“ der Luftwaffe löste sie ab 1961 den veralteten amerikanischen Jagdbomber F 84 Thunderstreak ab.
22 Jahre lang flog die von der Truppe liebevoll „Gina“ genannte G91 in der Luftwaffe – sie war das erste strahlgetriebene Flugzeug, das nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland als Serie hergestellt wurde. Die nun in Ramstein aufgestellte Fiat G91 R 3 mit Kamerafenstern in der Nase hatte ein besonderes Schicksal: Am 13.11. 1978 gab es eine Kollision beim Instrumentenanflug einer Zweierformation. Die Nummer Zwei der Formation berührte das Führungsflugzeug mit der Nr. 30+74 – eben die Gina, die nun ihren letzten Standort in Ramstein gefunden hat. Beide Flugzeuge waren beschädigt, konnten aber noch in Oldenburg landen. Die Piloten – Hauptmann Dieter Piesche und Oberstleutnant Walter Stoetzer - blieben unverletzt. Eine Maschine konnte wieder flugfähig gemacht werden. Die 30+74 musste ausgesondert werden und überlebte bis heute als Museumsobjekt.

Bild links: Das Arbeitskommando der RK Ramstein hat das Puzzle-Spiel erfolgreich erledigt - alle Teile sind am richtigen Platz. Und Spaß gemacht hat es auch.
Die Kameraden von links nach rechts: Friedrich 'Friedel' Gibs, Dr. Walter Altherr (Ehrenvorsitzender der Landesgruppe RLP), RK-Vorsitzender Ralf Bierwagen, Marcel Porschatis,
Wolfgang Faul, Rudi Steiner, Schriftführer Karsten Kiefaber, Klaus Herrmann, Markus Wengerter und Günther Hand.
Bild rechts: Nun steht die frühere 30+74 in Ramstein auf soliden Betonsockeln. Es fehlt nur noch die Originalbemalung.
Die Farben sind bereits bestellt. Ralf Bierwagen ist deshalb noch auf der Suche nach Fotos aus den 70er Jahren.


Da mich interessierte, wie Bundeswehr-Piloten von damals die Flugeigenschaften der „Gina“ beurteilen, habe ich ein paar Telefonate geführt. Fündig wurde ich bei Rolf Portz, der im April 1960 mit mir zur Luftwaffe kam und von 1997 bis 2001 als Generalleutnant Inspekteur der Luftwaffe war. Der inzwischen 79 Jahre alte Generalleutnant a.D. hat gute Erinnerungen an die G91:
„Ich habe die Fiat G-91 seit 1963 fast 17 Jahre lang mit insgesamt mehr als 1500 Flugstunden geflogen; auch das Flugzeug mit dem Kennzeichen 30+74 am 11.Mai 1978 während meiner Zeit als stellvertretender Kommandeur und später Kommandeur der Fliegenden Gruppe des Jagdbombergeschwaders 43 in Oldenburg.


Bild links: Leutnant Portz 1963 als Flugschüler auf der Fiat G 91 in Erding
Bild rechts: OTL Portz 1978 als Stellv. Kommandeur Fliegende Gruppe im LeKG 43 in Oldenburg

Grundsätzlich, so Portz, war dieses leichte Kampfflugzeug fliegerisch nicht besonders anspruchsvoll, hatte aber doch erhebliche Einschränkungen etwa im Bereich der Allwetterfähigkeit , der Zuladung und des Waffeneinsatzes sowie der Flugdauer. So betrug die durchschnittliche Flugzeit im Tiefflug nur etwa 50 Minuten. Aerodynamisch war sie zudem nicht sehr stabil, was etwa im engen Formationsflug bei Nacht und dichten Wolken volle Konzentration erforderte. ( Das könnte auch mit die Ursache für den angesprochen Flugunfall im November 1978 gewesen sein.). Insgesamt war die Fiat G-91 jedoch recht robust und zuverlässig. .Dennoch gingen bei einer Stückzahl von etwas mehr als 300 Flugzeugen fast 60 Einsitzer verloren.“

 

Hohe Auszeichnung der Bundeswehr für Ralf Bierwagen


Das Ehrenkreuz der Bundeswehr ist der Dank der Demokratie an Demokraten, an Staatsbürger, die für unser Land mehr getan haben als ihre Pflicht“, sagte Hans Apel als Bundesminister der Verteidigung bei der ersten Verleihung dieser hohen Auszeichnung an Soldaten am 12. November 1980.

Oberstabsfeldwebel der Reserve Ralf Bierwagen, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Ramstein-Landstuhl wurde am 5. Dezember 2019 durch den Kommandeur des Landeskommandos Rheinland-Pfalz, Oberst Erwin Mattes, mit einem der höchsten Ehrenzeichen der Bundeswehr, dem Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet. Damit würdigte Oberst Mattes die treue Pflichterfüllung und die Leistungen Bierwagens sowohl in seiner Tätigkeit als beorderter Reservist als auch sein herausragendes Engagement in der beorderungsunabhängigen Reservistenarbeit.

Seit 1986 ist Oberstabsfeldwebel der Reserve Bierwagen durchgängig beim Artillerielehrbataillon 345 in Idar-Oberstein beordert, den Vorsitz der Reservistenkameradschaft Ramstein-Landstuhl übernahm er 2005. Unter seiner Führung hat diese sich zur Leistungs- und Mitgliederstärksten im Bundesland entwickelt.

Großes Engagement beweist die Reservistenkameradschaft auch hinsichtlich der Unterstützung der Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, so bei der jährlichen Haus-und Straßensammlung und bei Arbeitseinsätzen im In- und Ausland. „Insgesamt ein Leistungsbild, das beispielgebend für alle Angehörigen der Reserve im Bundesland ist“, betonte Oberst Erwin Mattes.

Text: Heisam El-Araj
Foto: Landeskommando Rheinland-Pfalz

Reservistenkameradschaft Ramstein-Landstuhl auf Usedom

Die Reservistenkameradschaft ( RK ) Ramstein-Landstuhl unternahm in der 25KW eine militärhistorische Fahrt auf die Ostseeinsel Usedom.
Untergebracht waren wir in der Jugendbegegnungsstätte ( JBS ) Golm des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., für die wir seit vielen Jahren erfolgreich Geld sammeln. Das engagierte Team der JBS machte den Aufenthalt angenehm und unterstütze tatkräftig. Der Sonntag startete mit einer Führung über die Kriegsgräberstätte auf dem Golm, wo später auch eine Kranzniederlegung stattfand. Der Nachmittag gestaltete sich durch eine geführte Tour durch das nahegelegene polnische Swinemünde und einer Besichtigung des ehemaligen Hafenfort „Zachodni“, zu kaiserlichen Zeiten Werk IV, später Batterie „Henningsen“. Der Montag startete mit einer 2-stündigen geführten Tour über das Gelände der ehemaligen Heeresversuchsanstalt in Peenemünde. Anschließend gab es eine 2-stündige Tour durch das Historisch-Technische Museum. Nachmittags stand noch ein Besuch im Peenemünder Hafen an. Dort liegen als Museumsschiffe ein ehemals sowjetisches U-Boot der Juliett-Klasse und ein Schnellboot der Tarantul-Klasse. Dienstags ging es mit geliehenen Fahrrädern wieder nach Swinemünde. Hier wurden die Hafenforts „Aniola“, das Fort „Gerhard“ und der Leuchtturm besichtigt. Mittwochs waren wir zu Gast bei der 8.Polnischen Küstenflottille in Swinemünde. Die Polnischen Kameraden boten uns eine freundliche Führung durch einen Minenräumer und ein mittleres Landungsboot. Nachmittags war eine geführte Tour mit der Thematik „Kaiserbäder“ in Ahlbeck angesagt. Donnerstags hatten wir eine geführte Tour durch das Flugzeugmuseum „Hangar 10“ in Zirchow. Hier stehen weltweit einmalig, noch drei flugfähige Messereschmitt Bf 109! Freitags ging es wieder nach Polen. Es wurden in Kolberg das Museum der Polnischen Waffen besucht, sowie der Militärpark „Bastion“. Nachmittags wurde noch das ehemalige Sowjetische Atomwaffenlager in Podborsko angesteuert.
Die knapp bemessene Freizeit wurde an den nahegelegenen Ostseestränden verbracht.

Rheinland-Pfalz Tag 2019

Bereits zum vierten Mal in Folge, arbeitete die RK beim Rheinland-Pfalz Tag mit. Dieses Jahr 2019, wurde das Fest in Annweiler ausgerichtet. Im Auftrag des Landeskommandos Rhl-Pf, übernahm die RK die Bewirtung auf dem Platz der Streitkräfte.
Das Foto zeigt nur einen Teil der beteiligten Helfer.